
Vorbemerkung: Die Seilbrücke über der Rhone zwischen Montélimar und Le Teil ist repariert und kann wieder befahren werden. Dennoch bleibt le Teil bis zur Eröffnung der westlichen Umfahrung, die noch ein paar Jahre lang ersehnt werden muß, tagsüber ein Nadelöhr, wo nur Kamele das Durchkommen probieren... So haben wir uns dazu verführen lassen, eine ganz neue Route auszuprobieren - und siehe da: Sie ist (außer bei Glatteis..) bequemer, schneller und kürzer als unsere bisherige "Rennstrecke" - und landschaftlich ein echter Knüller. In Zukunft heißt darum unser Geheimtip: Col de l'Escrinet !!! (den Ratgebern Toni und Gisela seis gedankt!!). Selbst wenn Sie also auf die Zufahrt über Montélimar und le Teil eingeschworen sind (oder gar auf den irre weiten Umweg, den die meisten Satellitensysteme drauf haben, nämlich über Bollène und Viviers), probieren Sie doch mal den Schlenker über Privas. Sie werden - wenns nicht grad Glatteis regnet - begeistert sein!
Hier also unser "Fahrbefehl" auf den neuesten Stand:
1. Autobahn Belfort-Lyon-Valence:
Also wirklich, für die mach ich keine Reklame, obwohl ich sie auch schon gefahren bin. Tödlich lang und langweilig. Ehrlich. Wir ziehen die Strecke über Bern und Lausanne-Genf vor, schon deshalb, weil die Schweizer Vignette bereits auf der Rückfahrt voll amortisiert ist, gegenüber den französischen Gebühren! Also:
1. Basel-Bern-(Yverdon)-Genf: Da gibt’s wohl nix anderes als Autobahn. Unser Geheimtip: In Genf nicht Lyon, sondern Richtung Annecy wählen. Da kömmt nämlich ein neues Autobahnstück, das Euch im Handumdrehen nach Cruseilles bringt. Ihr könnt trotzdem bei den Brücken von La Caille Pinkelpause machen, und geht dann halt wieder auf die Autobahn.
2.Genf-Chambéry: Ihr bleibt auf der AB in Richtung Annecy/Grenoble bis nach Chambéry. Dort ist eine folgenschwere Entscheidung zu treffen. Geht es weiter auf der Autobahn oder auf der Landstraße? Beides hat Plus und Minus. Für die Autobahn spricht: Geht schneller, und die Franzosen verdienen wacker dran. Für die Landstraße: Ermüdet weniger, ist landschaftlich schöner und zudem billiger. Also erst mal die Autobahn.
3a. Chambéry-Valence-Sud, Autobahnroute: Ihr verlaßt auf jeden Fall die AB in Chambéry, tankt evtl. im Einkaufszentrum (immer deutlich billiger als anderswo) und fahrt weiter in Richtung Grenoble. Die Schnellstraße durch Chambéry verwandelt sich bald in eine komfortable Autobahn, die Euch bequem nach Grenoble bringt. Dort nicht die nach rechts abgehende „Rocade Sud“ verpassen, die Euch östlich an der Stadt vorbei in Richtung Valence weiter bringt. In Romans hört dann die (gebührenpflichtige) Autobahn auf und eine komfortable Schnellstraße führt Euch elegant an Valence vorbei nach Valence-Sud, wo Ihr in die „Autoroute du Soleil“ einfahrt. Dort immer schön zwischen den Leitplanken bleiben, aber nur bis zur ersten Ausfahrt nach Valence-Sud: Privas und Loriol. Dort fahrt Ihr raus.
3b. Chambéry-Valence-Sud, Landstrasse (unser Geheimtip): Nach dem Supermarkt-Besuch fahrt Ihr weiter in Richtung Chambéry-Innenstadt, werdet aber automatisch an der Stadt vorbei in Richtung Voiron geleitet. Über Voiron fahrt Ihr nach Romans. Dort unbedingt beim unschlagbar billigen Leclerc tanken, und weiter in Richtung „Marseille bis“ (gelb/schwarzes Hinweisschild). Wenn Ihr linker Hand eine „John-Deere“ Vertretung seht, geht es im Kreisel nicht geradeaus nach Romans hinein, sondern in Richtung 9 Uhr zur Umfahrungsstrecke. Ihr werdet auf die Schnellstraße geleitet, die Valence östlich umgfährt (Vorsicht: Da gibt es ein neues Radar, das die GPS noch nicht kennen. Also schön unter 110km/h bleiben!). In Portes-les-Valence fahrt Ihr auf die Autoroute du soleil, aber nur bis zur nächsten Ausfahrt. Dann seid Ihr nämlich schon in Loriol/Le Pouzin, sprich: In der Ardèche!
4. Le Pouzin-Nathanael: Jetzt wirds langsam ernst! Ihr fahrt das malerische Ouvèze-Tal hoch über Flaviac nach Privas. In Privas haltet Ihr Euch einfach auf der Durchfahrtsstraße immer südlich (Richtung Aubenas) und kommt unweigerlich zu einem letzten, eindrücklichen Höhepunkt Eurer Anreise, dem Col de l'Escrinet (der für sich allein schon eine Reise wert wär). Kurz unterhalb der Paßhöhe gibt es einen sehr schönen Rastplatz, wo man zur letzten Anfahrts-pp (Pinkelpause) einen Halt einlagen kann. Das wäre - wenn auch mit weniger Deckung - auch auf dem Parkplatz der Jägerhütte gleich nach der Paßhöhe möglich. Dort schaut Ihr dann sogar schon in unsere Gegend!
Ihr fahrt dann (hoffentlich nicht zu schnell!) die Paßstraße runter, immer in Richtung Aubenas. Dort angekommen, benutzt Ihr den größten Verkehrskreisel des ganzen Departements (über 90m Durchmesser), allerdings nur bis zur ersten Ausfahrtsmöglichkeit. Den nächsten Kreisel schneidet Ihr senkrecht durch, beim dritten (auf dem ein rostiger Alteisenhaufen deponiert ist) fahrt Ihr erst bei 9 Uhr raus und folgt der Ortsdurchfahrt über drei weitere Kreisel. Beim vierten auch erst wieder bei 9 Uhr ausfahren, in Richtung Vallon Pont d'Arc. Ihr kommt über St. Sernin nach Vogüé, wo der Blick übers Dorf und auf die Burg sogar fast ein Foto wert wär, wenn Ihr nicht inzwischen langsam Lust auf Nathanael bekommen hättet...
Über Vogüé-Gare und Pradons kommt Ihr nach Ruoms. Dort bleibt Ihr tapfer auf der Ortsumfahrung, auch wenn links der Super-U zum Einkauf lockt, und lenkt Eure Karosse beim letzten Verkehrskreisel des Dorfes (das dort befindliche Haus ist NICHT Euer Feriendomizil!) in Richtung Vallon (Ausfahrt bei ungefähr 11 Uhr). Nach knapp 800m kommt rechts die Brücke nach Sampzon. Dort schwenkt Ihr (aber erst bei grün, bitteschön!!!) nach links in Richtung „La Loubière“, Centre Equestre. Wenn nach einem kleinen Brückchen ein gelbes Schild nach links zum „Centre Equestre“ zeigt, fahrt Ihr mutig gradeaus. Nach einer scharfen Rechtskurve steigt die Straße steil an und führt erst an der „Ermitage“ vorbei, dann zur „Villa Pax“. Dort geht ein einspuriger Weg rechts ab, mit dem verheißungsvollen Namen „Chemin de Paris“ (hat aber nichts mit dem gleichnamigen Dorf an der Seine zu tun). Nach knapp 140m eine scharfe Linkskurve, in der einem immer ein rasender Tourist entgegenkommt (also bitte schööön laaangsaaam in denselben hineindonnern!). Dann geht es noch höchstens 182m (ungefähr), und Ihr seht rechts über einer knapp mannshohen Thuyahecke einen früher mal weiß gewesenen Campinganhänger aufblitzen. Der gehört schon zu Nathanael! Hier also sanft abbremsen und die Einfahrt nach rechts nehmen. Der Schriftzug und die blaue Nr. 322 lassen es unschwer erahnen: Ihr hapz geschafft! Bitte nach links einschwenken und vor dem Haus das Fahrzeug rechtzeitig zum Stehen bringen, mit Vorzug mitte Schnauze in Richtung Thuyahecke. Herzlich willkommen in Nathanael!
PS: Natürlich können Sie sich auch ganz professionell von modernsten Computerprogrammen leiten lassen. Gegen die will ich mit meinen bescheidenen Erfahrungen keineswegs anstinken. Klicken Sie beispielsweise auf www.map24.de - und alles weitere macht internet möglich!
Und wenn Sie gaaanz modern ausgestattet sind und ein GPS-System Ihr Eigen nennen, dann können Sie - auch wenn die in germanofonen Landen handelsübliche Software leider die kleinen Sträßchen bei unszulande nicht kennt - problemlos nach Nathanael finden, wenn Sie die präzisen Koordinaten eingeben:
E 4° 22' 5" - N 44° 25' 34". Gute Fahrt!!!

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